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In dringenden Notfällen wenden Sie sich bitte direkt an die interdisziplinären Notaufnahmen der Standorte Freyung oder Grafenau.

Diese sind 24 Stunden besetzt und sind wie folgt erreichbar:

Notaufnahme Freyung

Tel: +49 8551 977-0

Bitte melden Sie sich beim Haupteingang des Krankenhauses an der Pforte, bzw. läuten Sie nachts an der dafür vorgesehenen Glocke.

Notaufnahme Grafenau

Tel: +49 8552 421-3225

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Mehr als ein schöner Eingriff

Was erfolgreiche Chirurgen nach Freyung führt – Karriere bewusst auf dem Land

Quelle: Passauer Neue Presse

Das Team der Plastischen Chirurgie am Krankenhaus Freyung

Von Franziska Königseder (Passauer Neue Presse)

Freyung. Wer als Mediziner Karriere machen möchte, zieht häufig dorthin, worenommierte Universitätskliniken, große Namen und vermeintlich die besten Chancen warten. Das Ehe paar Dr. Marie-Luise (34) und Matthias Aitzetmüller-Klietz (33) kennt diese Welt bestens. Dennoch haben sich die beiden plastischen Chirurgen bewusst dafür entschieden, ihre berufli che Zukunft im Bayerischen Wald aufzubauen. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erzählen sie von ihrem gemeinsamen Weg, ihrer Verantwortung als Ärzte und davon, dass Spitzenmedizin auch fernab der Großstadt möglich ist. Ganz fremd war ihnen die Regiondabeinicht. Bevor sie an die Kliniken Am Goldenen Steig nach Freyung wechselten, arbeiteten beide am Klinikum Passau. Die Entscheidung, dauerhaft nach Niederbayern zu kommen, fiel bereits vor rund drei Jahren. Möglichkeit für Kombination „Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, eine klinische Tätigkeit auf sehr hohem Niveau in der Region anzubieten und diese gleichzeitig mit einer niederge lassenen Tätigkeit zu verbinden“, erinnert sich Marie-Luise Aitzetmüller-Klietz an die ersten Überlegungen, nach Freyung zu wechseln. Neben ihrer Tätigkeit an den Kliniken Am Goldenen Steig berät und behandelt die habilitierte Medizinerin Patientinnen in ihrer Privatpraxis in Freyung und Hauzenberg. Ihr Leitgedanke dabei: „Von Frau zu Frau.“ Ein weiterer Standort in Passau ist bereits geplant. Angeboten werden unter anderem Eingriffe im Bereich der Brust-, Körper und Intimchirurgie und gesichtschirurgische Behandlungen wie Ober- und Unterlidstraffungen. Auch in den sozialen Medien gewähren die Ärzte gemeinsam mit ihrem Team Einblicke in ihren Berufsalltag. Immer wie der berichten sie über ihre Arbeit und zeigen – soweit möglich auch Szenen aus dem Operationssaal. Allein der Instagram Account von Marie-Luise Ait zetmüller-Klietz, die dort unter dem Namen „dr.klietz“ auftritt, erreicht rund 77 500 Follower. Für die Tätigkeit am Klinikum Freyung wurde ein eigenständi ger Account errichtet (@pch.nieder.bayern), welcher bereits nach nur einem Monat von zahlreichen Interessierten verfolgt wird. Ihre fachliche Laufbahn führte beide zunächst an renommierte Kliniken. Nach dem Medizinstudium absolvierten sie ihre Facharztausbildung und habilitierten schließlich. Heute leitet Matthias Aitzetmüller Klietz als Priv.-Doz. Dr. Dr. med. univ. die neue Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am Krankenhaus Freyung. Priv.-Doz. Dr. med. Marie-Luise Aitzetmüller Klietz ist dort als Oberärztin tätig. Besonders wichtig ist den bei den der Aufbau eines starken Teams.Mit dabei ist unter anderem Dr. med. univ. Julia Stanger, die ursprünglich aus Wien stammt und bereits in Passau mit dem Ehepaar zusammenge arbeitet hat, sowie Dr. Mahmut Öztürk, ein früherer Kollege aus der Tätigkeit in Münster und Prof. Dr.Thiha Aung, der bereits zuvor in Freyung als Belegarzt für Plastische Chirurgie tätig war. Mit Sabine Haidn steht dem Team administrativ ein Freyunger Urgestein zur Seite. „Unsisteswichtig,dassunser Team fachlich und menschlich soharmoniert,dass jeder Einzelne seine Schwerpunkte und Stärken einbringen kann. Nur so können wir für unsere Patientinnen und Patienten die besten Therapieoptionen anbieten. Durch die Diversität unseres Teams können wir hier in Freyung das gesamte Spektrum der lastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie abbilden.Von Nasenchirurgie über Verbrennungen und Hand- und Unfallrekonstruktionen bis hin zur Brustchirurgie inklusive der autologen Brustrekonstruktion nach Brustkrebs“, lobt Matthias Aitzetmüller-Klietz. Kennengelernt haben sich Marie-Luise und Matthias Aitzetmüller-Klietz am TUM Klinikum Rechts der Isarin München. Seit 2019 arbeiten sie beruflich SeiteanSeite. Dass dies funktioniert, davon sind beide über zeugt. Gerade in einem Beruf, der weit über den regulären Arbeitstag hinausgeht, sei der ständige fachliche Austausch selbstverständlich. „Dann spricht man auch abends noch über Fälle oder neue Entwicklungen. Es macht einfach Spaß.“ Die gemeinsame Arbeit sei für beide eine große Bereicherung. „Der eine liest von einer neuen Operationstechnik, der andere von einer anderen– und dann tauscht man sich darüber aus“, erklärt Matthias Aitzetmüller Klietz. Hinzu komme,dass beide denselben Qualitätsanspruchan ihre Arbeit haben. Im Operationssaal funktioniere vieles in zwischen nahezu wortlos. Die Leidenschaft für ihren Beruf und ihre Patienten wird im Gespräch schnell deutlich. Viele Menschen kommen mittlerweile gezielt nach Freyung, um sich vom neuen Team behandeln zu lassen. Erst kürzlich reiste eine PatientinsogarausHamburgfür eine Brust-Operation an. Neben der klassischen Notfallversorgung deckt die Abteilung ein breites Spektrum der plastischen, ästhetischen und rekonstruktiven Chirurgie ab. Besondere Schwerpunkte liegen auf der Brustchirurgie, mikrochirurgischen Rekonstruktionen nach Unfällen, Tumorerkrankungen oder chronischen Wunden sowie auf körperformenden Eingriffen. Auch Patienten mit Lipödem, einer chronischen und schmerzhaften Fettverteilungsstörung,werden umfassend beraten und behandelt. Die hohe Nachfrage zeige sich auch daran, dass Patienten von zahlreichen Fachabteilungen sowie niedergelassenen Haus und Fachärzten überwiesen würden. Der Bedarf sei eindeutig vorhanden, die OP-Zahlen steigen stetig. Gleichzeitig können nun viele Patienten vor Ort versorgt werden, die früher an andere Kliniken verlegt werden mussten.Die plastische Chirurgie übernehme dabei häufig eine wichtige Rolle in der Weiterbehandlung. „Viele Patienten werden zunächst von Allgemein-, Unfall- oder Gefäß chirurgie versorgt. Wenn folglich eine Wunde bestehen bleibt, so können wir diese behandeln und verschließen. Dadurch las sen sich Verlegungen deutlich reduzieren und eine heimatnahe Versorgung gewährleisten“, erklärt Marie-Luise Aitzetmüller-Klietz. Manche Fälle bleibenden Chirurgen besonders in Erinnerung. Dazu zählt etwa eine Patientin mit beidseitiger Brustentfernung mit sofortiger Rekonstruktion mittels einer sogenannten DIEP-Lappenplastik. Dabei wird körpereigenes Haut- und Fett gewebe aus dem Unterbauch verwendet, um die Brust wieder aufzubauen. „Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen,wie viel Lebensqualität wir den Betroffenen dadurch zurückgeben können und wie viele Sorgen wir ihnen nehmen“, sagt Marie-Luise Aitzetmüller-Klietz. Die Patientin war zuvor positiv auf eine genetische Veranlagung für Brustkrebs getestet worden. Auch eine andere Patientin, die nach einer Brustkrebsbehandlung zur Brustangleichung kam, ist dem Team in Erinnerung geblieben. „Jetzt fühlt sie sich wieder weiblich und feminin“, berichtet die Ärztin. Mit Vorurteilen gegenüber ihrem Fachgebiet sehen sich die Mediziner selbst kaum konfron tiert. Häufiger seien es die Patienten, die mit Vorbehalten aus ihrem Umfeld zu kämpfen hätten. „Wenn einen etwas stört und psychisch belastet, dann ist diese Belastung real“, sagt Marie-Luise Aitzetmüller-Klietz. Plastische Chirurgie bedeute weit mehr als reine Schönheitsoperationen. Oft gehe es darum, Lebensqualität zu verbessern oder Form und Funktion nach Krankheit und Schicksalsschlägen wiederherzustellen. Den Ausgleich zum anspruchsvollen Berufsalltag findet die junge Familie in der Natur. Das Ehepaar hat eineiige Zwillingssöhne und verbringt die freie Zeit gerne gemeinsam in den Bergen. „Privates und Berufliches lassen sich für uns gut vereinbaren“, sagen beide. Entscheidend sei dabei auch die Unterstützung durch Familie und Großeltern. Dass sie denselben Beruf aus üben und gemeinsam arbeiten, sei dabei eher Vorteil als Herausforderung. „Wenn es nötig ist, kann einer von uns auch mal kurzfristig einspringen. Das macht vieles einfacher.“ Marie-Luise und Matthias Aitzetmüller-Klietz haben ihren Platz privat und beruflich in der Region gefunden und zeigen: Hochmoderne Medizin braucht nicht zwingend eine Großstadtadresse.