Aktionstag Plötzlicher Herztod weckt großes Interesse bei Besuchern

 

Alljährlich ruft die Deutsche Herzstiftung im November die bundesweiten Herzwochen aus. In diesem Jahr stand der plötzliche Herztod im Fokus. Schon seit einigen Jahren beteiligt sich die kardiologische Fachabteilung des Grafenauer Krankenhauses an der Aufklärungskampagne und hat auch dieses Jahr wieder zum Aktionstag eingeladen.

Neben Vorträgen, die in diesem Jahr aus Platzgründen im Speisesaal stattfinden mussten, konnten sich die Besucher auch an Aktionsständen informieren. Mit einem gesunden Gruß aus der Krankenhausküche – es gab Äpfel, schmackhafte Antipasti, Brot und Obstkuchen konnten sich die Gäste zwischendurch etwas stärken.

 

Der Sekunden-Tod

Er kommt plötzlich und unerwartet und stellt das Leben innerhalb eines winzigen Momentes komplett auf den Kopf: Der Sekunden-Herztod. Kann man sich davor schützen und wenn ja, wie? Darüber referierten am Aktionstag Chefarzt Peter Bomba sowie die beiden Oberärzte Dr. Dejan Vukajlovic und Dr. Jameel Suboh von der kardiologischen Fachabteilung am Krankenhaus Grafenau.

 

Jedes Jahr fallen dem plötzlichen Herztod in Deutschland ca. 65.000 Menschen zum Opfer. Patienten mit einer Herzkranzgefäßerkrankung haben ein erhöhtes Risiko. Sehr oft kann dem plötzlichen Herztod allerdings entgegengewirkt werden. Der beste Schutz ist der Schutz vor einer koronaren Herzkrankheit – auch Herzkranzgefäßerkrankung genannt.

 

Wie kommt es zum plötzlichen Herztod?

Vor allem das Kammerflimmern, die bösartigste Herzrhythmusstörung, ist häufig die Ursache für den plötzlichen Sekundentod. Innerhalb weniger Sekunden kollabiert der Betroffene. Das Herz hört auf zu schlagen, der Blutdruck sinkt dramatisch ab. Bereits nach vier Sekunden spürt der Patient eine Leere im Kopf, weitere vier Sekunden später folgt die Bewusstlosigkeit. Nach zwei bis drei Minuten hört man auf zu atmen und bereits nach ca. 10 Minuten tritt der Tod ein. Bei Patienten jenseits der 40 stellt man bei bis zu 75 Prozent der Verstorbenen eine Koronare Herzkrankheit (KHK) fest. Expertenschätzungen zufolge leiden rund sechs Mio. Menschen in Deutschland daran. Die KHK ist eine Einengung der Herzkranzgefäße, die zum Herzinfarkt und auch zu einer Herzschwäche führen kann. Besonders häufig ist die Herzschwäche (Herzinsuffizienz), die als Folge einer KHK oder einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) auftritt, der Auslöser. Selten sind eine Herzklappenerkrankung oder angeborene Herzfehler schuld.

 

Wieso erleiden junge Menschen, z.B. Sportler den plötzlichen Sekundentod?

Bei jüngeren Betroffenen vor dem 40ten Lebensjahr kann es, wenn auch seltener, zum plötzlichen Herztod kommen. Die Ursachen sind Herzmuskelentzündungen, angeborene Herzfehler sowie genetisch bedingte Herzerkrankungen. Chefarzt Peter Bomba erinnert in seinem Vortrag an den guten alten Spruch seiner Oma: Einen grippalen Infekt muss man auskurieren. Damit gehört man ins Bett, pflegte seine Oma stets zu sagen. Daran sei was dran. So lassen sich Herzmuskelentzündungen vermeiden. Tückisch bei vielen Herzerkrankungen ist, dass diese lange ohne Beschwerden verlaufen können.

 

Wie beugt man am besten vor?

Das frühzeitige Erkennen durch regelmäßige Check-Ups beim Hausarzt gilt als beste Präventionsmaßnahme. Ist eine Herzerkrankung diagnostiziert, dann sind regelmäßige Kontrollen beim Kardiologen absolut anzuraten. Am besten wäre natürlich, Herzkrankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, erhöhtes Cholesterin sollten möglichst vermieden werden. Bei einem kleinen Prozentsatz können die Herzerkrankungen vererbt sein. Ist in der Familie bereits ein plötzlicher Herztod aufgetreten, kann ein Gentest Auskunft auf ein genetisch erhöhtes Risiko der Familienmitglieder geben.

 

Warnzeichen, dass eine Herzerkrankung vorliegt, sind Brustschmerzen, Herzrasen mit Einschränkung der Belastbarkeit, hartnäckiges Herzstolpern, Schwindelanfälle bzw. kurze Bewusstlosigkeit. Diese Symptome sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und durch einen Arzt abklären lassen.

Einen Appell richten alle drei Referenten an diesem Tag an die Zuhörer. Wenn im eigenen Umfeld ein Geschehen beobachtet wird, bei dem der Verdacht auf einen plötzlichen Herztod vorliegt, dann bitte handeln. Das einzige, was in so einem Fall falsch wäre, ist gar nichts zu tun. Kurz prüfen, ob der Betroffenen bewusstlos ist, anschließend die Notrufnummer 112 anrufen und Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten.

 

Über die einzelnen Schritte einer Laienreanimation und weitere, informative Unterlagen stellt die Deutsche Herzstiftung unter www.herzstiftung.de zur Verfügung.