Sonntag, 11.11.2018 von 10 – 14 Uhr

Krankenhaus Grafenau, Schwarzmaierstr. 21

 

FACHVORTRÄGE:

10:30 Uhr „Vorhofflimmern und koronare Herzkrankheit: Welche Blutverdünnung?“, Chefarzt Dr. med. Werner Kühnel

11:15 Uhr „Therapie von Herzrhythmusstörungen im Speziellen des Vorhofflimmern“, Oberarzt Dr. med. Dejan Vukaljovic

12:00 Uhr „Übersicht über (neue) Gerinnungshemmer heutzutage“, Oberärztin Dr. med. Anne Grebner

12:45 Uhr „Alternativen zur Gerinnungshemmung bei Vorhofflimmern“, Chefarzt Peter Bomba

 

AKTIONSSTÄNDE: Patientenkoordination, Diabetes- und Ernährungsberatung, Zentrale Patientenaufnahme

 

Das Herz stolpert oder rast: Über 1,8 Millionen Menschen in Deutschland haben Vorhofflimmern. Jedes Jahr kommen Tausende dazu. Mit dem Alter steigt das Risiko steil an, Vorhofflimmern zu bekommen: Bei den über 60-Jährigen liegt die Häufigkeit bei rund 5 %, bei den über 80-Jährigen sind es sogar rund 15 %.

Über 35.000 Schlaganfälle pro Jahr verursacht Vorhofflimmern in Deutschland. Deshalb informiert die Deutsche Herzstiftung in einer bundesweiten Kampagne über diese bedrohliche Volkskrankheit. Auch die Kardiologie am Krankenhaus Grafenau unter Leitung von Chefarzt Dr. Kühnel und Chefarzt Peter Bomba will die Bevölkerung über dieses Thema informieren und lädt alle Interessierten sehr herzlich ein. Die Informationsveranstaltung steht unter dem Motto „Herz außer Takt – Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“.

Bei Vorhofflimmern ist das Herz meist völlig außer Takt. Der erste Anfall kann mit heftigen Schlägen bis in den Hals hinauf, Druckgefühl im Brustkorb und einer ungewohnten Luftnot bei leichten Tätigkeiten auftreten. Betroffene verspüren eine plötzliche Unruhe, wenn das Herz völlig unregelmäßig und schnell mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute rast, selten auch schneller. Die chaotische Herzschlagfolge kann aber auch mit einer normalen Herzfrequenz einhergehen (normal sind 60-100 Schläge pro Minute). Vorhofflimmern kann einen Schlaganfall auslösen. Aufgrund des unregelmäßigen Herzschlags können sich im Herzen in einer Ausbuchtung des Vorhofs (sog. Herzohr) Blutgerinnsel bilden. Werden diese ausgeschwemmt und gelangen mit dem Blutstrom in den Kopf, verstopfen sie ein Hirngefäß.

Tückisch ist, dass Vorhofflimmern bei über der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auftritt und dadurch lange Zeit unbemerkt bleibt. Steht die Diagnose Vorhofflimmern fest, ist es Aufgabe des Kardiologen, mit Hilfe von Untersuchungen die Grunderkrankung der Rhythmusstörung aufzudecken und diese konsequent zu behandeln. Bluthochdruck liegt bei ca. 70 % aller Patienten mit Vorhofflimmern vor.

Weitere Ursachen können z. B. koronare Herzkrankheit, Herzschwäche, Klappenerkrankungen, Übergewicht, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und Schlafstörungen (Schlafapnoe-Syndrom) sein.