Grafenau. Am vergangenen Dienstag fand im Bürgersaal der Stadt Grafenau ein Vortrag zum Thema „Osteoporose – Entstehung, Behandlung und Prävention“ statt. Chefarzt der Unfallchirurgie am Krankenhaus Freyung und Ärztlicher Leiter des MVZ Grafenau, Dr. Lennart Barz referierte gemeinsam mit dem am MVZ Grafenau tätigen Orthopäden MUDr. Pavel Sir.

Der Chefarzt begrüßte die ca. 25 Besucher und erklärte, warum es zur Gründung des Facharztzentrum Am Goldenen Steig und den einzelnen MVZ’s kam. Als Unfallchirurg konnte er vor seiner Tätigkeit im MVZ Grafenau die Nachbehandlung seiner Patienten nicht übernehmen. Er hatte keinen Einfluss auf medikamentöse, oder physiotherapeutische Verordnungen in der Anschlussheilbehandlung. Durch die Gründung der MVZ’s wurde dies möglich. „Patienten können nun nach dem Krankenhausaufenthalt in die Praxis kommen um sich von Klinikärzten weiter behandeln lassen. „Da osteoporosebedingte Brüche aufgrund des demografischen Wandels immer mehr zunehmen, entwickelt sich die Unfallchirurgie und damit mein Fachgebiet immer mehr zur Alterschirurgie.“ erklärte der Chefarzt.

MUDr. Sir ging in seinem Teil des Vortrags auf die Entstehung einer Osteoporose und mögliche zielführende Behandlungen ein. „Leider ist in Deutschland die Diagnostik und die damit verbundene Therapie, insbesondere im höheren Lebensalter unzureichend“ erklärte MUDr. Sir. „Meist wird Osteoporose erst nach dem ersten Bruch diagnostiziert. Das müsste nicht sein.“ Am MVZ Grafenau wird eine mögliche Erkrankung anhand einer Knochendichtemessung abgeklärt. Dabei handelt es sich um medizinisch-technische Verfahren mit geringer Röntgenbelastung, die zur Bestimmung der Dichte bzw. des Kalksalzgehaltes der Knochen dienen. Jeder der sich eine Diagnosestellung wünscht, kann einen Termin im MVZ vereinbaren. Wird eine Osteoporose diagnostiziert, kann mit einer Basistherapie und spezifischen Therapie begonnen werden. Die Basistherapie beinhaltet die Einnahme von Kalzium und Vitamin-D-Präparaten. Die spezifische Therapie wird anhand des individuellen Risikoprofils unter Berücksichtigung von Knochendichte (T-Wert), Alter und Geschlecht gestellt. Neben diesen medikamentösen Therapien kann auch jeder einzelne etwas für seine Gesunderhaltung tun. „Mit einer gesunden Ernährung mit z.B. frisch gepressten Karottensaft und grünem Gemüse, wie z.B. Spinat oder Brokkoli kann man einer Entstehung dieser Krankheit entgegensteuern“ so der Facharzt. Neben der Ernährung ist zudem der Aufbau und Erhalt von Muskeln zur Stabilisierung und Entlastung des Knochengerüsts äußerst wichtig. Diese Tatsache betonte auch Chefarzt Dr. Barz in seinem Teil des Vortrages, der sich vor allem auf die Behandlung von osteoporosebedingten Knochenbrüchen konzentrierte. Anhand von Bildern erklärte er die jeweiligen Vorgehensweisen und die eingesetzten Implantate, Platten und Schrauben. „Ein Knochen mit dieser Grunderkrankung wird aber auch nachdem der Bruch geheilt ist nicht besser. Man kann hier lediglich den vorherigen Zustand wieder herstellen“erklärte der Unfallchirurg. Eine physiotherapeutische Behandlung sei deshalb nach seiner Ansicht eine wichtige Unterstützung und sollte unbedingt regelmäßig erfolgen. Muskulatur kann in jedem Alter gestärkt werden um Knochen und Gelenke zu entlasten. Dies kann betroffene Patienten meist in einer eigenständigen Lebensgestaltung unterstützen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Facharztzentrum Am Goldenen Steig gGmbH:

 

http://www.faz-freyung.de/medizinische-fachbereiche/orthopaedie/