Grafenau. Am vergangenen Mittwoch fand im Bürgersaal der Stadt Grafenau ein Vortrag zum Thema „Schlaganfall – Entstehung, Behandlung und Prävention“ statt. Ca. 50 Interessierte folgten den Ausführungen von Dr. Ferenc Schwab und Zsóka Schwab. Beide Ärzte sind seit Ende vergangenen Jahres am Krankenhaus Grafenau mit dem Aufbau einer Schlaganfalleinheit, einer sogenannten Stroke Unit, betraut und versorgen dort während der Regelarbeitszeit bereits Patienten mit diesem Krankheitsbild. Ab Juli 2017 ist zudem die Teilnahme am TEMPIS-Projekt vorgesehen, wodurch eine Akutversorgung der Schlaganfallpatienten am Krankenhaus Grafenau rund um die Uhr ununterbrochen gewährleistet werden kann. Dr. Ferenc Schwab ist Facharzt für Neurologie und als Leiter der Neurologie am Krankenhaus Grafenau angestellt. Zudem ist er am MVZ Grafenau tätig und bietet dort ambulante Leistungen wie Schlaganfall Vor- und Nachsorge, Behandlung von Bewegungsstörungen (z.B. Parkinsonsyndrome) und die Behandlung von entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Borreliose) an. Zsóka Schwab ist als Assistenzärztin im Neurologie-Bereich und in der Schlaganfalleinheit beschäftigt.

Im ersten Teil des Vortrages ging Dr. Ferenc Schwab auf die Entstehung eines Schlaganfalls und die Begleitsymptome ein. Bei einem Schlaganfall werden die Nervenzellen im Gehirn, meist begrenzt auf eine bestimmte Region, nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dies kann durch eine plötzlich auftretende Minderdurchblutung oder durch eine akute Blutung im Gehirn erfolgen. Wichtig ist, dies bei einer Erstuntersuchung im Krankenhaus mittels CT oder MRT abzuklären. Je schneller die Diagnose gestellt wird, und somit die richtige Behandlung eingeleitet werden kann, desto besser. Im Fall einer Minderdurchblutung kann mittels Lysetherapie ein verstopftes Hirngefäß erneut durchgängig gemacht werden, diese Behandlung kann aber nur innerhalb der ersten Stunden nach Beginn der Schlaganfall-Symptome erfolgen, später nicht mehr.

Die Lysetherapie wird am Krankenhaus Grafenau durchgeführt. „Sollte – was relativ selten vorkommt – ein besonderer Gefäßeingriff erforderlich sein, der nur in spezialisierten Zentren vorgenommen werden kann, bereiten wir in Grafenau alles vor und beginnen bereits unverzüglich mit der Lysetherapie. Im Anschluss wird der Patient unter laufender Behandlung in das entsprechende Zentrum verlegt. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass bis zum Gefäßeingriff keine Zeit verloren geht. Ab dem Beginn der Lysetherapie ist der Patient schon gut versorgt. Die Kollegen im weiterbehandelnden Krankenhaus werden von uns telefonisch benachrichtigt, CT-Aufnahmen werden mittels Datenübertragung verschickt, und vor Ort kann alles für den Gefäßeingriff vorbereitet werden, schon bevor der Patient dort eintrifft“, erklärte Dr. Schwab.

Im zweiten Teil des Vortrages ging Zsóka Schwab auf den Verlauf eines Schlaganfalls ein. Sie erklärte anhand von Bildern, wie schnell Hirnregionen absterben. „Bei einem Schlaganfall muss so schnell wie möglich gehandelt werden. Mit jeder Minute, in der der Patient nicht optimal versorgt wird, können Nervenzellen absterben, die später nicht mehr reaktiviert werden können“, erklärte die Assistenzärztin. Der Erhalt der Nervenzellen sei deshalb oberste Priorität, damit Folgeschäden so weit wie möglich begrenzt oder verhindert werden können.

Im Anschluss an den Vortrag stellten sich Dr. Ferenc Schwab und Zsóka Schwab den Fragen des Publikums. Dies wurde gerne und ausführlich genutzt.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Facharztzentrum Am Goldenen Steig gGmbH:

http://www.faz-freyung.de/medizinische-fachbereiche/neurologie/