Seit Anfang des Jahres ist in Grafenau das neue Herzkatheterlabor in Betrieb. Unter der Leitung der Kardiologen Peter Bomba und Dr. Werner Kühnel, die beide über eine  langjährige Erfahrung in interventioneller Kardiologie verfügen und zuletzt im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg tätig waren, kann nun auch im Landkreis Freyung-Grafenau eine umfassende kardiologische Versorgung angeboten werden. In ihrem Vortrag am Dienstag, 24.02.2015 um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Grafenau wollen die beiden Experten über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren:

 

Behandlung eines Herzinfarktes

Ein Herzinfarkt ist für jeden Patienten ein einschneidendes Ereignis und stellt eine vitale Bedrohung dar. In aller Regel geht er mit einem Brustschmerz einher. Hier zählt jede Minute, „Zeit ist Muskel“!

Rasche Verständigung des Notarztes durch den Patienten oder einen Angehörigen ist lebensrettend und minimiert die möglichen späteren Komplikationen. In jedem Fall ist schnelle Hilfe durch einen Notarzt vor Ort und einen interventionell tätigen Kardiologen in der Klinik notwendig.

Seit dem 13. Januar 2015 ist die Möglichkeit gegeben, sich im Falle eines akuten Herzinfarktes in der Klinik für Innere Medizin, konservative und interventionelle Kardiologie am KH Grafenau behandeln zu lassen. Innerhalb von wenigen Minuten nach dem Erreichen des Krankenhauses kann durch den Herzkatheter das verschlossene Herzkranzgefäß ausgemacht, und mit einem Stent behandelt werden.

Durch den Einsatz des Herzkatheters in der Behandlung des Herzinfarktes konnte in den letzten Jahrzehnten die Sterblichkeit der Patienten kontinuierlich reduziert werden. Auch die funktionellen Ergebnisse wie Belastbarkeit im Alltag und häuslichem Milieu sprechen für sich.  Die Überlegenheit gegenüber einer alleinigen medikamentösen Therapie ist in mehreren Studien bewiesen.

 

Elektive Stentimplantation

Die Behandlung der koronaren Herzkrankheit mittels Kathetertechnik lässt sich in zwei große Teilbereiche unterteilen. Abgesehen von der Notfallbehandlung (im Moment des Herzinfarktes mit Absterben von Herzmuskelgewebe oder im Moment einer kritischen Durchblutungsstörung) stellt die elektive interventionelle Behandlung einer koronaren Herzkrankheit den Großteil der Behandlungsfälle dar.

Hierbei ist die korrekte und exakte Diagnose- und Indikationsstellung sehr wichtig. Eine ausführliche Anamnese (Schilderung der Symptomatik) kann bereits ausreichen, Patienten mit einem hohen diesbezüglichen Leidensdruck zu identifizieren. Der Einsatz moderner Technik und die dementsprechende individuelle Qualifikation erlauben heutzutage aber auch die Identifikation von „stummen“ Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, deren frühzeitige Behandlung die Langzeitprognose des Patienten entscheidend verbessern kann und das Auftreten von Komplikationen (Herzinfarkt) oftmals verhindert.

In Ihrem Vortrag möchten die beiden Experten, aber nicht nur den Weg zur elektiven interventionellen Therapie erläutern. Sie möchten auch zeigen, welche differenzierten Möglichkeiten der Therapie im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung heutzutage (selbstverständlich auch hier in Grafenau) möglich sind. Die individualisierte Auswahl des Therapieverfahrens soll von „einfachen“ Prozeduren (Stentimplantation, Anwendung von medikamentenfreisetzenden Ballonen) bis hin zu hochkomplexen Eingriffen (Rekanalisation von Herzkranzgefäßen, welche bereits lange Zeit verschlossen sind) dargelegt werden.