Die Kliniken Am Goldenen Steig übernehmen einen Schwerpunkt der regionalen gesundheitlichen Versorgung. So wurden sie vom Landratsamt Freyung auch mit der Durchführung der Erstuntersuchungen  gemäß § 62 Asylverfahrensgesetz beauftragt.

Am Anfang des Jahres stieg die Anzahl der ankommenden Flüchtlinge im Landkreis sehr stark an. „Es war natürlich eine Herausforderung die Untersuchungen zu koordinieren und dieser Verantwortung gerecht zu werden“ erklärt Geschäftsführer Denk. Doch im Laufe der Zeit habe sich das gut eingespielt und die entsprechenden Strukturen gefunden.

So wurde zum 01.08.2015 ein Team „Asylambulanz“ gegründet. Zuvor wurde der medizinische Check an den jeweiligen Standorten durchgeführt. Mit der Einführung der Asylambulanz wurden auch die Erstuntersuchungen in die jeweiligen Unterkünfte verlegt. So werden die 5 Einrichtungen im Landkreis mit einem Team, bestehend aus einem Arzt, einer Pflegekraft oder einer Arzthelferin sowie einer Verwaltungskraft  und ggf. in Begleitung eines Dolmetschers angefahren. Mittlerweile wurden knapp 4000 Asylbewerber ganz oder teilweise erstuntersucht.

Die Koordination, Planung und Durchführung erfolgt in Absprache mit den zuständigen Mitarbeitern vom Gesundheitsamt, Landratsamt und den jeweiligen Unterkunftsleitern.

„Die Abstimmung und Zusammenarbeit läuft reibungslos und wir haben uns zwischenzeitlich gut aufeinander eingespielt.“, erklärt Herr Habenberger, Krankenpfleger aus dem Asylambulanzteam.

 „Die Asylbewerber sind sehr höflich und dankbar, wenn wir kommen. Man bekommt einen ganz anderen Blick auf die Menschen, die oft sehr schwere Schicksalsschläge verkraften müssen. Mir macht diese Arbeit jedenfalls sehr große Freude“ so Habenberger.

„Natürlich sind die sprachlichen Barrieren oft nicht leicht zu überwinden, aber mit unseren Englischkenntnissen können wir uns relativ gut verständigen. Schwierig wird es dann, wenn die Asylbewerber kein Englisch sprechen. Da sind wir ganz froh, wenn wir auf einen Dolmetscher zurück -greifen können.“ erklärt Frau Anneliese Altendorfer, die Koordinatorin der Asylambulanz weiter.

Die Untersuchungen dienen sowohl dem individuellen Wohl des Asylbewerbers, der im Krankheitsfall schnell und adäquat behandelt wird, als auch dem Schutz der einheimischen Bevölkerung. Der Prozentsatz von Asylbewerbern mit relevanten Infektionserregern sei jedoch sehr gering.

 

„Ärzte haben die Pflicht, einem Patienten unabhängig von seinem zivilen oder politischen Status angemessene medizinische Versorgung zukommen zu lassen, und Regierungen dürfen weder das Recht des Patienten auf eine derartige Versorgung, noch die Pflicht des Arztes zur Behandlung allein auf der Grundlage des klinischen Bedarfs einschränken.

(WMA Resolution on Medical Care for Refugees and Internally Displaced Persons)