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Stationärer Aufenthalt

Wie lange dauert der stationäre Aufenthalt?

Der Zeitpunkt der Entlassung bzw. der Verlegung in eine Rehabilitationsklinik wird immer individuell zwischen Patienten und Arzt vereinbart. Wichtige Voraussetzungen für die Entlassung aus dem Krankenhaus sind:

  • Der Patient muss ausreichend selbstständig mobil sein.
  • Die Operationswunde muss trocken sein.
  • Die weitere Versorgung des Patienten muss sichergestellt sein.

Einer auch frühzeitigen Entlassung steht dann meist nichts im Wege.

Kann ich im Krankenhaus ins Internet?

Ja. Gegen eine Gebühr von 2€ pro Tag (10€ pro Woche bzw. 15€ pro 14 Tage) richten wir Ihnen einen Internetanschluss am Patientenbett ein. Bitte melden Sie sich diesbezüglich an der Pforte.

Entlassung und Reha

Nach 8-12 Tagen werden Sie aus der Klinik entlassen. Je nach Krankenversicherung erfolgt die Verlegung meist in eine Reha-Klinik. Die 3-4 wöchige Anschlussheilbehandlung organisiert der Sozialdienst gemeinsam mit Ihnen bereits während des Aufenthaltes.

Wie ist die Nachbehandlung? Rehabilitation in ambulanter oder stationärer Anschlussheilbehandlung (AHB) oder ambulante Krankengymnastik?

Die Nachbehandlung beginnt schon während des stationären KH-Aufenthaltes.

Alleinstehenden oder hilfsbedürftigen Patienten empfehlen wird die unmittelbar anschließende stationäre AHB in einer Rehaklinik.

Hilfsbedürftige ältere Patienten benötigen eine geriatrische Reha, angepasst an die erhöhten Pflegebedürfnisse.

Bei passender häuslicher Versorgung ist sowohl die ambulante Reha, als auch die alleinige krankengymnastische Nachbehandlung möglich.

 

Erfolgt die Reha in unmittelbarem Anschluss an den Klinikaufenthalt?

Meistens Ja. Gerne können Sie aber auch vor Antritt Ihrer Anschlussheilbehandlung (AHB) ein paar Tage noch zuhause verbringen und von dort aus in die Reha gehen.

Wir empfehlen Ihnen deshalb schon vor der Operation Ihr Zuhause auf die Zeit nach der Entlassung „vorzubereiten“: Bett-, Sitz- und Toilettensitzerhöhung.

Wie lange dauert die Reha?

Regulär dauert eine ambulante oder stationäre Anschlussheilbehandlung 3 Wochen, anschließend notwendige weitere krankengymnastische Behandlungen verordnet meist Ihr niedergelassener Orthopäde oder der Hausarzt.

Wo komme ich hin zur Reha?

Abhängig vom Kostenträger Ihrer AHB stehen Ihnen unterschiedliche Reha Einrichtungen zur Verfügung. Diese Auswahlmöglichkeiten klärt im Beratungsgespräch zur Reha-Planung unser Sozialdienst (Tel. 08581 981-2171) mit Ihnen. (Uhrzeit, Tage)

Wie erfolgt der Transport zur Reha?

Der Transport zur ambulanten oder stationären Reha wird in der Regel für Sie organisiert. Unser Sozialdienst berät Sie gerne individuell. Sie können sich natürlich auch bei geeignetem, d.h. einigermaßen großem Fahrzeug von einem Angehörigen dorthin fahren lassen.

Wann darf ich wieder Autofahren?

Selbständiges Fahren ist nach der Operation erst nach Wiederherstellung der vollständigen Gebrauchsfähigkeit des operierten Beines erlaubt, meist fällt dies erst auf die Zeit im Anschluss an die AHB. Eine Ausnahme sind Patienten, bei denen das linke Bein operiert wurde und die mit einem Auto mit Automatikgetriebe fahren wollen. In diesem Falle ist bei ausreichendem Allgemeinzustand ein frühzeitiges Führen eines Kraftfahrzeuges erlaubt.

Muss ich Gehhilfen benutzen, bzw. mitbringen? Wie lange muss ich mit „Gehhilfen“ gehen?

Wie lange Gehstützen benützt werden, entscheidet bei uns letztlich überwiegend der Patient selbst. Im Normalfall dürfen Patienten bei uns nach Implantation einer Hüft- oder Knieprothese das operierte Bein sofort nach der Operation voll belasten, soweit dies für den Patienten bequem und sicher möglich ist. In der Praxis steht der Patient zum ersten Mal am Operationstag in Anwesenheit einer Pflegekraft oder einer(s) Physiotherapeutin(en) mit Unterarmgehstützen auf. Das operierte Bein darf dabei mit so viel Gewicht belastet werden, wie es ohne wesentliche Schmerzen möglich ist (Ausnahme: Patienten mit sog. Schmerzkatheter) In der Folgezeit belastet der Patient das Bein immer mehr, soweit dies schmerzarm und ohne anschließend auftretende deutliche Schwellung des Beines möglich ist. Die Gehstützen können weggelassen werden, sobald sich der Patient sicher fühlt. Im Zweifelsfalle, insbesondere wenn Gehstützen aus Balancegründen zur Minderung der Sturzgefahr notwendig sind, sollten diese längerfristig verwendet werden.

Wenn Sie bereits Gehstützen besitzen, dann bringen Sie diese bitte mit zu Ihrem stationären Aufenthalt.

Nachsorge

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (acht Monate nach der Operation) werden empfohlen. Auch darüber hinaus können Sie sich bei Fragen jederzeit gerne an uns wenden. Nach 2-3 Monaten können sie die meisten Ihrer gewohnten Tätigkeiten wieder aufnehmen.

In welchem Zeitraum erfolgen die Nachuntersuchungen?

Nach der Krankenhausbehandlung bzw. nach der Anschlussheilbehandlung wird der Patient noch einmal zum Operateur im Rahmen der Endoprothesensprechstunde einbestellt. Die Verordnung von Lymphdrainagen und Krankengymnastik wird in diesem Rahmen festgelegt bzw. vom Hausarzt durchgeführt.

Bei Problemen können und sollen Sie sich jederzeit, möglichst nach Terminvereinbarung, bei uns ambulant vorstellen.

Für die Nachuntersuchung bitten wir ebenfalls um eine telefonische Terminvereinbarung unter Telefon 08581 981-2340.

Alltag mit Ihrer Hüft- bzw. Knieendoprothese

Muss vor einem Zahnarztbesuch etwas beachtet werden?

Die ersten 2 Jahre nach einer Prothesenimplantation wird eine Antibiotikaeinnahme (Augmentan: Wirkstoff Ampicillin-Clavulansäure, bei bekannter Penicillinallergie: Clindamycin 600 mg) ca. eine Stunde vor der Zahnbehandlung empfohlen, danach nur noch bei Risikopatienten mit erhöhter Infektionsneigung.

Wann darf ich mich wieder bücken?

Nach der Hüftprothesenimplantation empfehlen wir für die ersten 6 Wochen die Hüfte nicht weiter als 90 Grad abzubiegen, um eine Verrenkung des Hüftgelenkes zu vermeiden. Unter Anleitung lernen Sie sich in dieser Zeit zurechtzufinden durch Ausweichbewegungen oder mit Hilfsmittel, wie einer Greifzange. 6 Monate nach der Operation dürfen Sie annähernd alle Bewegungen wieder durchführen. Während des Aufenthaltes bei uns informieren wir sie darüber, welche Extrembewegungen im ersten halben Jahr nach der Operation zu vermeiden sind. 

Wie lange kann ich nicht arbeiten?

Die Arbeitsunfähigkeit (=AU) nach der Prothesenoperation dauert in der Regel 8-12 Wochen. Abhängig von der Art Ihrer Beschäftigung (z.B. reine Schreibtischtätigkeit) kann die AU auch deutlich verkürzt, in Ausnahmen aber auch bis zu 3 Monate (z.B. bei schwerer körperlicher Arbeit auf unebenem Untergrund) dauern.

Wann darf ich wieder in die Sauna gehen?

Saunabesuch empfehlen wir erst wieder 12 Wochen nach der Operation, wenn die Operationswunde nicht mehr wesentlich überwärmt ist. 

Wann darf ich wieder Golf spielen, Schwimmen gehen, Skifahren, bzw. darf ich Sport treiben?
  • Bis zum Abschluss der 6. Woche nach der OP empfehlen wir keinen Brustbeinschlag beim Schwimmen.
  • Skifahren ist nach vollständigem Einheilen der Prothese, d.h. frühestens 6 Monate nach der Implantation für diejenigen erlaubt, die vorher schon Skifahren konnten.
  • Golfspielen sollte ebenfalls erst nach 6 Monaten nach der Operation erfolgen.
  • Sportarten mit hoher dynamischer Belastung, wie Squash, Kampfsportarten und Mannschaftssportarten, wie Fußball, Basketball oder Handball sollten gemieden werden. 
Kann ich mit der Prothese eine Kernspintomographie durchführen lassen?

Nach Entfernung der Hautklammern können nach Knie- und Hüftprothesenimplantationen Kernspintomographien durchgeführt werden. Nach aktuellem Stand des medizinischen Wissens kommt es dabei weder zu einer wesentlichen Erwärmung, noch zu einer wesentlichen Verlagerung der Implantate. Sie sollten jedoch den durchführenden Radiologen vor einer Kernspintomographie darauf hinweisen, dass Sie Träger eines Kunstgelenkes sind. 

Wie lange hält ein künstliches Gelenk?

Zuverlässige Daten zur Haltbarkeit von Kunstgelenken gibt es vor allem aus Ländern mit nationalen Endoprothesenregistern wie Schweden, Norwegen, Australien und anderen Ländern.

Dabei setzen wir auf hochwertige Implantate, die im skandinavischen Endoprothesenregister Standzeiten von 15 Jahren und mehr aufweisen. Seit 2012 gibt es auch in Deutschland ein Endoprothesenregister (EPRD), in dem Sie nach Ihrer Zustimmung mit erfasst werden.

Es hat sich gezeigt, dass deutlich mehr Patienten mit einer intakten Endoprothese versterben, als Patienten wegen eines Prothesenversagens nachoperiert werden müssen. Da man natürlich nicht sagen kann, wie lange eine Prothese noch gehalten hätte, wenn ein Patient verstirbt, gibt es keine Daten zur endgültigen Haltbarkeit von Kunstgelenken. Es ist aber die Aussage möglich, wie viel Prozent der Prothesen nach einer gewissen Zeit, z.B. nach 10 Jahren und nach 20 Jahren noch gut funktionieren. (Die statistischen Methoden dazu haben Kaplan und Meyer bereits 1955 publiziert.)

 

Von den implantierten Hüftprothesen sind 10 Jahre nach dem Einbau noch 95 % nicht gewechselt, nach 20 Jahren sind es noch 70% der Prothesen, die nicht gewechselt wurden.

Bei den Knieprothesen sind nach 10 Jahren 96 % nicht gewechselt, nach 20 Jahren sind es 70 %. (Bei der Vorläuferprothese der Hüftprothese, die wir überwiegend verwenden, sind nach 14 Jahren 94 % noch nicht wieder gewechselt. Diese Zahlen beziehend sich natürlich auf die Prothesen, wie sie vor 10, 14 bzw. 20 Jahren eingebaut wurden) (Quelle: …).

Warum versagen künstliche Gelenke und muss immer das ganze Gelenk gewechselt werden?

Der Hauptgrund für das Versagen künstlicher Gelenke war immer der Abrieb der Gleitflächen. Der bis vor ca. 10 Jahren verwendete Kunststoff hatte sich mit 0,1 bis 0,2 mm pro Jahr abgerieben. Der Körper versucht dann diese Abriebpartikel mit sog. Fresszellen abzutransportieren. Diese Fresszellen wandeln sich aber leider zu knochenabbauenden Zellen um, die dann im Lauf von Jahren allmählich zur Lockerung der Kunstgelenke geführt haben. Mit diesem alten Kunststoff sah man früher regelmäßig nach mehreren Jahren auf dem Röntgenbild Knochenabbausäume um die Verankerung der Prothesen. Dadurch sind nicht selten 10 bis 15 Jahre nach Protheseneinbau allmählich Probleme aufgetreten.

Vor ca. 10 Jahren wurde der Herstellungsprozess des Kunststoffes so verändert, dass der Abrieb pro Jahr nur noch 0,6 tausendstel eines mm beträgt. Somit sollte die Abriebproblematik bei den Hüftprothesen in Zukunft keine bedeutende Rolle mehr spielen und diese Prothesen lassen theoretisch, nach dem was wir heute wissen, eine Haltbarkeit für das gesamte Leben des Patienten erwarten. Bei den Knieprothesen kann dieser moderne Kunststoff wegen seiner höheren Sprödigkeit bei der am Knie ganz anderen Gelenkmechanik noch nicht generell angewandt werden.

 

Sollte einmal wirklich die Notwendigkeit einer Wechseloperation bestehen, dann muss nur der Prothesenteil ausgetauscht werden, der schadhaft ist. Heutzutage werden bei Wechseloperationen an der Hüfte häufig nur die Gleitflächen (Kunststoffinnenpfanne und Hüftkopf) ausgetauscht, während die Verankerungsteile im Patienten verbleiben. 

Sind Drainagen nötig?

In unserem EPZ werden nach wie vor Drainagen zur Vermeidung von Blutergüssen eingesetzt, die am zweiten Tag nach der Operation entfernt werden.

Eine Beinschwellung nach der Operation stellt keine Komplikation dar, vergeht in der Regel nach 1-2 Wochen im Rahmen der Nachbehandlungen.

Wie lange muss die Thrombosevorbeugung durchgeführt werden?

Entsprechend den aktuellen Leitlinien unserer Fachgesellschaften empfehlen wir eine Thromboseprophylaxe durch niedermolekulare „Heparinspritze“ oder orale Antikoagulantien für fünf Wochen.

Was ist bei Implantatallergien?

Eine echte „allergische Reaktion“ auf Implantatbestandteile einschließlich des Knochenzementes ist sehr selten. Bei bekannter Allergie z.B. gegen Metalle wie Nickel bringen Sie bitte zum Vorgespräch Ihren Allergiepass mit.

Bei Knieprothesen kann eine Sonderbestellung nötig sein.

Da Hüftprothesen in der Regel aus Titan geschmiedet sind und wir fast ausschließlich Keramikhüftköpfe benützen, spielt hier die Metallallergie keine Rolle.